Deutscher Jugendchampion, Europajugendsieger VDH


Nobility lets go Leroy

Wt: 26.1.1994
gestorben: 21.6.1995
V: CH. Charncroft Caleb
M: Ch. Easy Expression the Nobility




Leroy 5 Wochen alt


Leroy & Tammy

Erinnerungen !

Leroy war nach Bonny unser zweiter Bearded-Collie. Ein toller Welpe ! Aufgeweckt, aufmerksam, mit einem steinerweichenden Charme. Er und Tammy, die zusammen aufwuchsen, sollten einmal unsere weitere Zuchtlinie aufbauen. Er war sehr leicht zu erziehen, hatte einen wunderschönen Ausdruck und ein müheloses Gangwerk. Schon die ersten Ausstellungen meisterte er mühelos.
In nur fünf Ausstellungen erreichte er seine beiden Titel. Wir waren mächtig stolz. Ein so schönes Wesen, ein so wunderbarer Freund ! Unser Glück schien perfekt. Unsere kleine Tammy war ganz verliebt in ihren großen Kumpel. Ein ideales Pärchen. Sie schienen an einem Bein zusammengewachsen zu sein. Wo der eine war, war auch der andere. Sogar das Körbchen wurde geteilt. Selbst Dummheiten wurden im Doppelpack gemacht. Wenn die zwei Hundeschnauzen synchron an einer Treppenstufe nagten, dann sah das ungefähr so aus, als wenn Stan Laurel und Oliver Hardy vierhändig Klavier spielten. Und wenn man sie dabei erwischte, dann hockten sie sich schnell mit beiden Hundepopos auf die Treppenstufe und schauten gelangweilt aus dem Flurfenster.
Leroy war erst 16 Monate als wir eines Tages am Hals eine Beule entdeckten. Wir dachten erst an einen entzündeten Zeckenstich, gingen aber vorsichtshalber zum Tierarzt. Eine Salbe half nicht weiter und beim nächsten Arztbesuch wurde die Stelle vorsichtshalber punktiert. Der Verdacht unseres Tierarztes bestätigte sich zu unserem Erschrecken. Es war eine Speicheldrüsenmukozele, eine Zyste an der Speicheldrüse. Es mußte unbedingt operiert werden. Wir suchten Hilfe in einer Klinik, dessen Arzt uns versicherte, dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen. Er hätte diese Operation schon oft erfolgreich durchgeführt.
Ich hatte trotzdem schreckliche Angst um unseren Leroy.
Schon als er auf dem OP-Tisch lag, hatte ich ein ungutes Gefühl. Als die Operation überstanden war und Leroy erwachte, war ich so glücklich.
Wir brachten ihn nach Hause und liessen ihn nicht aus den Augen. Er wurde immer unruhiger und atmete immer schwerer, so dass ich noch einmal den Arzt anrief. Er meinte, es wäre normal nach so einer Operation.
In den frühen Morgenstunden wurde Leroys Zustand immer beängstigender. Ich bat meinen Arzt sofort zu kommen. Ich sass auf dem Fussboden und nahm Leroys Kopf auf meinen Schoss. Als nur dreissig Minuten später der Tierarzt vorfuhr, war Leroy gerade in meinen Armen gestorben.
Ich sass noch da und weinte, als mein Mann zu mir kam. Er rief total entsetzt in der Klinik an, aber die Antwort die er dort bekam, werde ich nie vergessen: "Und was habe ich damit zu tun ?" Es schien den Arzt überhaupt nicht zu interessieren, woran der Hund gestorben war.
Wir beantragten im pathologischen Institut eine Obduktion. Das Ergebnis war erschreckend. Im Körper waren überall faustgrosse Blutgerinsel. Leroy war innerlich verblutet.
Obwohl dieser Fall in mehreren Kliniken für Aufsehen sorgte, war es schwierig Verbündete zu finden, um diesen Arzt zur Rechenschaft zu ziehen. Eine Klage wäre langwierig gewesen und hätte uns unseren Leroy auch nicht wiedergebracht. Der Schmerz in unserem Herzen sass so tief, dass wir ein Jahr brauchten, bis wir wieder an einen neuen Rüden dachten. Das Schicksal gab uns auf den Tag genau ein Jahr später eine neue Liebe und eine neue Chance - Mason.

Tammy hat um ihren Freund lange getrauert und ihn tagelang gesucht. Leroy ruht in unserem Garten unter einer inzwischen grossen Tanne .Und wenn Tammy im Sommer in ihrem Schatten liegt, ist sie ihm unmerklich ganz nah.